Sex-Appeal, Witz, Ironie und Melodien, die sofort ins Ohr gehen ...
Im südenglischen East Grinstead - wegen seiner astrologischen Lage Wallfahrtsort mancher populären 70s-Band - aufgewachsen, war den Fairbrass-Brüdern spätestens nach einem gemeinsam besuchten Roxy Music-Konzert Anfang der 70er klar, dass sie Musiker werden wollten. Richard stand auf Sinatra und die Beatles. Fred war und ist von Bob Dylan, Lou Reed und den Kinks fasziniert. Nach Statistenrollen in Videos von Mick Jagger und David Bowie, Support-Slots bei diversen Punk-Bands und Duo-Gigs in Kneipen und Colleges, bahnte sich für Fred Fairbrass Mitte der 80er die erste große Sensation an: Zwar schon muskulös aber noch mit langen Haaren, bekam er eine Rolle in dem Film "Hearts Of Fire" mit Rupert Everett. Der Film basierte auf einer lausigen Story über einen Rockstar, den kein geringerer als Freds Idol Bob Dylan spielte. Von Freds Qualitäten als Gitarrist überzeugt, nahm ihn Dylan gleich anschließend mit auf eine Tournee durch Amerika und Kanada. "Er rief mich vor jedem Gig in seine Garderobe damit ich ihm die Chords zu den jeweiligen Songs auf der Gitarre zeigen sollte. Einmal spielte ich ihm "Route 66" vor, und der vergessliche Dylan fragte mich allen Ernstes ob das meine Komposition sei. Das war unglaublich", grinst Fred Fairbrass.

Mit der verdienten Gage des Films und der Tour machten sich Fred und Richard 1987 auf den Weg zum New Yorker "New Music Seminar". Schon glatzköpfig, traten sie unter dem Namen "Trash, Flash & Money" auf und begeisterten einen Kritiker der "New York Times" derart, dass sie am nächsten Tag einen Deal mit EMI und einen amerikanischen Manager bekamen. Der machte sich mit dem Großteil des Vorschusses aus dem Staub und hinterließ Richard und Fred 3000 Dollar und einen geplatzten Deal. Das war zu viel zum Sterben und zu wenig um in Manhattan zu überleben. Richard heuerte in einem Fitnessstudio an und versuchte sich in den Nächten gemeinsam mit Fred als Straßenmusiker. Zu den von ihren Helden aus den 60s und 70s absorbierten Fähigkeiten als Songwriter, gesellten sich nun auch die Qualitäten als Performer. "Wenn du als Straßenmusiker etwas verdienen möchtest, musst du gerade in New York etwas Besonderes bieten. Du lernst als Performer deine Fähigkeiten nur durch die teils niederschmetternden, direkten Reaktionen der Leute auf der Straße richtig einzuschätzen. Heute bin ich froh, dass wir die Ochsentour mit Auftritten auf Straßen, in Cafés und drittklassigen Clubs durchgezogen haben. Sie hat uns als Musiker und Performer erst die richtige Form gegeben. Den Boybands heutzutage fehlt die Erfahrung und deshalb überleben sie ihren zweiten Hit meistens nicht", erzählt Fred Fairbrass. "Na ja, eine Boyband waren wir damals auch nicht. Es gibt Boybands und es gibt Manbands. Wir waren schon damals eine Manband. Zumindest was die Größe unserer Körperteile betraf", kontert Richard Fairbrass mit einem Augenzwinkern.

Zurück in London kam dann die Begegnung mit dem P-Funk-Fanatiker Rob Manzoli und die Umbenennung in Right Said Fred. Nach "UP" folgten zwei weitere Alben, "Sex and Travel" und 1996 "Smashing", die laut Richard akzeptabel, aber völlig überproduziert waren. "Statt auf Tour zu gehen und unser Publikum live zu überzeugen, haben wir Songs mit dicken Streicherarrangements produziert." Der Erfolg blieb aus. Schließlich waren einfache, direkte Songs mit einer Portion Ironie zum Markenzeichen von Right Said Fred geworden. Die Fairbrass-Brüder trennten sich von Manzoli und tourten mit einer richtigen Band rund um den Globus. Dabei traten sie bei Festivals vor bis zu
70 000 Zuschauern auf. Wieder war es die direkte Reaktion des Publikums, die die Sinne von Richard und Fred erneut schärfte. Nach der Tour schrieben die Brüder Mitte letzten Jahres neue Songs, darunter auch "You're My Mate". Als der Echo-Preisträger Alex Christensen (U96) Interesse an einer Produktion mit Right Said Fred signalisierte, glaubten nur wenige an die Sensation, die sich anbahnen sollte. 2001 - zehn Jahre - nach ihren massiven Erfolgen kehrten Right Said Fred, zu deren bekennenden Fans sich übrigens keine geringeren als Eric Clapton und Sting zählen, mit "You're My Mate" in die Top Ten der deutschen Charts zurück. Und das genauso wie vor einem Jahrzehnt ohne großen Hype. Der groovende Partykracher wurde einzig durch den Zuspruch des Publikums mit Gold veredelt. Mit "MoJive", einer durchweg tanzbaren und eingängigen Huldigung an den Jive der 50er, legten Richard und Fred nach, bevor sie im Sommer mit dem Album "Fredhead" auf Anhieb Platz zwei der deutschen Album-Charts eroberten.

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